
Restaurierung eines Dusika/Carnielli “Europa Modell” Baujahr 1978
Vor ein paar Wochen besuchte mich ein Freund in meinem Geschäft, der von meiner Passion bezüglich alter Rennräder weiß. Im Schlepptau hatte er besagtes “Dusika” und auf den Lippen hatte er die Frage, ob ich denn nicht Verwendung für dieses Teil hätte.
Angeblich handelte es sich um ein eigens angefertigtes Rad, so seine Information, mit einer niedrigen Rahmenhöhe von 52cm und – für Dusika unüblicher – “Campagnolo Nuovo Gran Sport”-Schaltung.
Ferry Dusika hatte zu dieser Zeit schon aufgehört, seine Rahmen in Wien zu fertigen, und ließ auch diesen in Italien bei Carnielli bauen.
Mein erster Blick ließ mich ein wenig erschaudern.
Stahlfelgen, ein selbstgeschweißter Gepäckträger, ein roter BMX-Sattel und die Reste von etlichen Schmierversuchen versprachen nicht allzuviel Erfreuliches.
Restaurierung eines alten Dusika/Carnielli-Rades
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Langer Rede kurzer Sinn: Ich kaufte ihm das Vehikel – viel zu teuer natürlich – ab und lehnte es vorerst zu den anderen Rädern, die ebenso auf eine Wiedergeburt warteten.
Kürzlich hab ich mir dann, ob des hereinbrechenden Winters und des damit verbundenen nachlassenden allgemeinen Interesses an Fahrrädern und Reparaturen, das Rad zur Restaurierung hergenommen und einmal begonnen es zu zerlegen.
Der nachträglich montierte Flaschenhalter und der selbst zusammengeschweißte Gepäckträger fielen zuerst.
Kette öffnen, die Kurbeln abziehen, das Tretlager ausbauen, die Schaltung abmontiern und alles fein säuberlich reinigen waren die nächsten Schritte im Programm.
Ebenso geschieht der Gabel, hier werden wie beim Tretlager auch neue Kugelringe eingebaut.
Danach die alten Bowdenzüge und Seile wegschmeißen und durch neue ersetzen – hier zu sparen wäre Sparen am falschen Platz.
Ein “neuer” ITM Lenker aus meinem Fundus ersetzt jezt das alte, vom Uraltlenkerbandkleber völlig verpickte Teil.
In Kombination mit einem neuen schwarzen Lenkerband bringt er jetzt Sicherheit und guten Griff beim Steuern.
Der grausrote BMX-Sattel wird durch einen coolen schwarzen Sportsattel von VELO ersetzt.
Jetzt schaut das alte Bike schon ganz passabel aus, ein paar Kleinigkeiten noch, Bremsen einstellen, Felgen poliern, aufpumpen und fertig!
Erstaunlich, was ein 32 Jahre altes Fahrrad noch so hergeben kann.
Eins ist klar: mit diesem “Halbrenner” wird man jetzt noch viele Jahre Spaß haben können – wenn er nicht, wie leider viel zu viele andere Räder auch, gefladert wird.